Das Schwarze Auge (4.1) Online-Spielabend vom 16.03.2021 “Das Turnier, Teil 6, Der Baumdrache“

Das Schwarze Auge (4.1) Online-Spielabend vom 16.03.2021 “Das Turnier, Teil 6, Der Baumdrache“

„Erst wirbeln wir den Staub auf und behaupten dann, dass wir nichts sehen können.“ George Berkeley (1685-1753)

 

  1. Ingerimm 1014BF/21Hal

Steineichenwald, nahe dem andergastischen Andrafall:

Die Helden standen mit 8-10 Schritt Abstand vor dem Baum auf dessen Krone sich der Baumdrache sein Nest eingerichtet haben musste. Ein Blitz hatte vor einiger Zeit die Steineiche, etwa zehn Schritt über den Boden gespalten. Man konnte den Ruß sehen, den wohl ein anschließendes Feuer verursacht hatte. Insgesamt war die Steineiche etwa fünfzehn Schritt hoch und hatte einen beträchtlichen Durchmesser. Die Helden schauten allesamt hoch. Anscheinend hatte der Baumdrache sie noch nicht bemerkt oder er war nicht anwesend. Die Helden hörten keinerlei Geräusche. Leise besprachen sie sich, wie sie vorgehen wollten. Dabei waren sie sich bis zuletzt nicht einig, ob sie den Baumdrachen verscheuchen oder gar töten wollten.

Orm und Fenja stellten sich dann auf die rückwertige Seite des Baums. Orm wollte hinaufklettern und Fenja wollte den Swafnirgeweihten unterstützen, falls er Hilfe brauchte. Auf der anderen Seite bewaffnete sich Finn mit Speer und Schild, Thalio, Jorgan und Tjure, mit Wurfbeil bewaffnet, hielten sich ebenfalls bereit. Der Plan war, den Baumdrachen hervorzulocken, falls er da war, damit Orm an der Rückseite des Baums ungesehen hinaufklettern konnte. So räusperte sich Tjure kurz und rief hinauf zum Nest, das diebische Monster möge sich zeigen. Tatsächlich sahen die Helden kurz den Kopf des Baumdrachen, der im nächsten Moment wieder verschwand. Fenja zauberte einen ODEM ARCANUM, einen Hellsichtszauber, der ihr aber misslang.

Auch Jorgan rief Verwünschungen und Beleidigungen hinauf. Doch die Helden sahen nicht ungewöhnliches, als sie nach oben blickten. Orm begann in diesem Moment mit dem Aufstieg. Leise kletterte er am Baum nach oben. Die vier Helden, die den Baumdrachen anlocken und vom Nest fernhalten wollten, vernahmen plötzlich ein Geräusch neben ihnen. Irgend etwas nicht Sichtbares hatte die kleine Brombeerhecke in ihrer Nähe, plattgedrückt. Nur ein paar Schritte von ihnen entfernt. Sie erinnerten sich daran, dass der Baumdrache sich unsichtbar machen konnte.

Jorgan entzündete die EWIGE FLAMME, ein fackelhelles Feuer, an der Spitze seines unzerstörbaren Zauberstabes. Dabei fragte sich der Magier, ob es ratsam wäre, Feuer gegen einen Drachen zu benutzen. Die Ausmaße, die sich den vier Helden boten war, dass gut zwei Schritt der Hecke in der Länge sich bogen. Außerdem hörten sie von dort ein markerschütterndes Brüllen des Drachen. Das ermutigte Orm, weiter den Baum hinauf zu klettern. Finn wagte den ersten Angriff. Der Söldner stürmte vor und wollte auf den unsichtbaren aber vermuteten Körper mit seinem Speer einstechen. Finn spürte, dass er getroffen hatte, doch einen sichtbaren Schaden richtete er nicht an.

Fenja zog ihre Axt, falls auf ihrer Seite der Steineiche der Baumdrache doch noch auftauchen sollte. Die vier Helden kämpften verzweifelt gegen einen Gegner, den sie nicht sehen konnten, nur vermuten. Finn versuchte eine Finte gegen den Baumdrachen, doch der Söldner stolperte über eine niedrige Bodenranke und verletzte sich mit seinem Speer selbst schwer. Tjure verzichtete auf den Angriff mit seinem Wurfbeil und versuchte den verletzten Finn aus der gefährlichen Nähe des unsichtbaren Baumdrachen weg zu ziehen. Der Baumdrache sah die Möglichkeit, einen seiner Gegner zu verletzen und biss Tjure. Dabei erhielt der Skalde schwere Verletzungen. Auch der Draconiter Thalio wollte auf den immer noch unsichtbaren Baumdrachen einschlagen. Wohl durch dem urwaldlichen Gestrüpp am Boden, stolperte auch er und verlor dabei sein Tuzakmesser.

Jorgan zauberte einen FULMINICTUS DONNERKEIL gegen den Baumdrachen, was dem geschuppten Wesen nicht unerheblichen Schaden zufügte. Danach zauberte der Magier noch einen ARMATRUTZ, der ihm selbst zusätzliche magischen Rüstschutz verlieh. Orm kletterte weiter und erreichte fast das Nest des Baumdrachen. Tjure warf sein Wurfbeil gegen den Baumdrachen, doch das Beil flog an den unsichtbaren Gegner vorbei. Darauf benutzte der Drache seinen Feuerstrahl gegen Tjure, der Skalde erlitt weitere Verletzungen. In seiner Verzweiflung schlug Jorgan mehrmals mit seinem Zauberstab gegen den Baumdrachen, doch ohne sichtbaren Schaden anzurichten.

Finn schlug mit einem Wuchtschlag nach dem Baumdrachen, der traf. Der Drache brüllte kurz auf. Orm erreichte das Nest. Er orientierte sich kurz. Es war übersät mit silbrigen und hell glitzernden Kram aller Art. Orm begann damit, sich Münzen und Kleinod einzustecken und größere Beutestücke auf seiner Seite der Steineiche herunter zu werfen. Auch den Scheit, mit den angenagelten Schellen. Das musste der Baumdrache gehört haben, denn plötzlich bogen sich Teile der Hecke wieder zurück. Thalio, Fenja und Jorgan sahen nach oben. Nur Fenja und der Magier konnten grade noch Schemen des Drachen erkennen, wie dieser etwa sechs Schritt über ihnen sich erhoben hatte und in Richtung seines Nest flog.

Orm begann darauf, auf der abgewandten Seite der Steineiche herunter zu klettern. Fenja warnte den Swafnirgeweihten, denn der Baumdrache, dessen Schemen sie gerade noch sah, kam Orm immer näher. Dann ließ sich Orm die letzten Schritt fallen und versuchte sich am Boden abzurollen. Jorgan nahm alle seine letzte Zauberkraft zusammen und schleuderte dem Baumdrachen einen weiteren und letzten FULMINICTUS DONNERKEIL entgegen. Ohne Lebenskraft fiel der Baumdrache vom Baum herunter und blieb sichtbar und getötet am Boden liegen.

Jorgan dachte laut darüber nach, welche Ingredienzien der erlegte Drache ihm und Fenja für zukünftige alchimistische Tränke und Salben einbrachte und wollte ihn am liebsten im Wald fachgemäß auseinander nehmen. Doch die anderen Helden waren dagegen. Tjure machte den Vorschlag, den Drachen erst einmal an den Pfoten zusammen zu binden, um ihn an einem starken großen Ast, in das Turnierlager zu tragen. Die Idee wurde aufgenommen. Inzwischen heilte Fenja Finns schwere Verletzungen. Sie hatte auch kurz zuvor alle Beutestücke des Baumdrachen aufgesammelt und in ihrem Rucksack verstaut.

 

Erlegter Baumdrache, Bildausschnitt aus Herokon Online, DSA-Browserspiel.

Wohl ermutigt über den Erfolg, dachte Tjure nicht über seine Verletzungen nach. Er war auf der Suche nach seinem Wurfbeil. Die Kameraden waren schon auf dem Rückweg, bis auf Jorgan, der Tjure beim suchen half. Erst nach einer halben Stunde erfolglosen Suchen machten sich dann auch Tjure und Jorgan auf dem Rückweg. Dabei verlor der Skalde immer mehr an Lebenskraft. Wann und wo genau der Skalde zu Boden ging und verstarb, weiss heute niemand mehr zu berichten. Tjure Fenrirsson bekam ein Heldenbegräbnis und seine Tagebuchaufzeichnungen und Notizen, Sagas und Lieder wurden lange Zeit in der Burgbibliothek in Andrafall aufbewahrt.

Wie die Ankunft der Helden im andergastischen Andrafall ablief und welche Abenteuer die Helden Orm Ingridsson, Fenja Ulfaran, Finn Kerkel, Thalio ya Meniona und Jorgan Meerson danach erlebten; davon mag ein anderer Autor berichten.

Danke an Claas (Finn), Christian (Thalio), Hauke (Orm), Rike [Fenja], Henning (Jorgan) und unseren Spielleiter Frerk, die alle die abenteuerliche Fantasiewelt Aventurien mit ihren Aktionen und Anekdoten so lebendig gemacht haben.

Dirk Otto (Tjure) für Ludo Liubice

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