Das Schwarze Auge (4.1) Online-Spielabend vom 22.12.2020 “Unter dem Sternenturm“

Das Schwarze Auge (4.1) Online-Spielabend vom 22.12.2020 “Unter dem Sternenturm“

[Bild: Wikipedia]

Du kannst keinen Ozean überqueren, indem du einfach nur aufs Wasser starrst.”(Tagore, Philosoph, 1861-1941)

Aus dem Reisetagebuch des thorwalischen Skalden Tjure Fenrirsson:

Manches, von dem ich hier berichte, habe ich erst später erfahren. T.F.

4. Tag des Grimfrostmond [Firun] im Jahr 2641JL [1014BF/21Hal]

Wir ruhten uns den Rest des Tages aus. Naja, nicht alle. Nachdem Orm und Finn die Skelettreste und den toten Thorwaler begraben hatten, sprach Thalio den Grabsegen. Fenja kümmerte sich um das Abendessen. Orm fragte nach, wie hoch wohl das Totengeld für den getöteten Thorwaler wäre. Er hatte vor, wenn wir wieder in Olport waren, die Sippe von ihm aufzusuchen und sie um Entschuldigung zu bitten. Ein anständiges Vorhaben, wie ich fand. In der Nacht hielten Orm und Thalio abwechselnd Wache.

5. Tag des Grimfrostmond im Jahr 2641JL

Wir hatten vor, erneut in die Kammern, unter dem Turm, zu tauchen. Diesmal wollten wir in einer leeren Weinflasche Pergament und ein Kohlestift mitnehmen, um die leuchtenden Runen, die Orm in der Kammer mit dem Leuchtstein gesehen hatte, abzuzeichnen. Während unserer Unterhaltung kamen wir darauf, dass der Ort unter dem Turm vielleicht eine Art Pilgerstätte der Hjaldinger war. Jorgan meinte sogar, dass die Skelette Tempelwachen waren, die zur Bewachung des Heiligtums mit eingemauert waren. Ich konnte bestätigen, dass dies in fremdländischen Kulturen Aventuriens nicht unüblich war. Warum nicht auch bei unseren Vorfahren? Jorgan hatte ein Experiment mit den Amuletten vor, deswegen bat der Galdmader Finn darum, einen Hasen zu erlegen und ihn möglichst unversehrt zu ihm zu bringen. Finn kam er Aufforderung nach und lieferte Jorgan ein erlegtes Kaninchen ab. In der Zwischenzeit kochte ich uns eine Kleinigkeit. Das, was wir zwischen dem Angebrannten und dem völlig Rohen zu uns nahmen kann gar nicht so schlecht gewesen sein. Dann war noch die Handwerkskunst von Orm zu bewundern. Mit dem wenigen, was der Swafnirnovize fand, gelang es ihm, die Leiter zu reparieren. Mir kam meine Wirtin und ihr Schuppen in den Sinn und ich bat Orm um den Gefallen, nach unserem Abenteuer im Sternenturm, mir in Olport zu helfen. Orm stimmte dem Vorhaben zu. Mit Fenja gingen wir wieder hinunter zur Kammer mit dem Bassin. Jorgan blieb im Turm und machte dort seine Experiment mit dem Hasen und den Amuletten, die wir am Tag zuvor den Skeletten abgenommen hatten.

Wir mussten Orm schwören, dass wir den Raum mit den Leuchtsteinen nicht schänden würden, da er den Ort für ein Swafnirheiligtum hielt. Fenja bekam von Finn ein 15 Schritt langes Hanfseil. Sie sollte das Seil halten, während Orm als erster mit dem anderen Seilende nackt in das Bassin stieg und tauchte, bis er die Kammer mit dem Leuchtstein erreichte. Ein einmaliges Ziehen sollte heißen, dass er dort angekommen war. Bei mehrmaligen Ziehen, sollte sie das Seil vollständig wieder einholen. Orms Tauchgang ging gut. Zuvor hatte er noch Fenjas Dolch und die Flasche an seinen Gürtel gebunden. Finn ging zurück zu Jorgan, um mit ihm etwas zu besprechen. Thalio war dran, doch der Draconiter fand nicht die richtige Tapferkeit für dieses gefährliche Unternehmen. Auch ich hatte Bedenken, doch ich sprang ins Bassin und tauchte, dem Seil entlanghangelnd in die Richtung eines Leuchtens, was von der Wasseroberfläche eindrang. So gelangte ich in die Kammer mit dem Leuchtstein. Fenja verzauberte Thalio, so dass auch er mutig genug war, den Tauchgang zu wagen. Schließlich waren wir zu dritt in der Kammer mit dem Leuchtstein.

Die Kammer maß sechs mal acht Schritt in der Fläche und war mehr als zwei Schritt hoch. In der Mitte befand sich ein steinerner Altar mit einer glatten Oberfläche. In der Mitte war eine kleine 2 Halbfinger tiefe Mulde, so dass der kopfgroße Leuchtsein dort hinein passte, ohne dass er drohte vom Altar herunter zu rollen. An jeden der vier Wände befand sich ein Leuchtstein von deutlich geringerer Größe; etwa die einer Kinderfaust. Auf jedem der Steine war die hjaldingische Rune für „Licht“ eingraviert. Und von jedem der kleinen Leuchtsteine ging ein leuchtendes Ornament aus. Außerdem gab es an den Wänden Steintafeln, die ebenfalls mit hjaldingischen Runen beschrieben waren. Ich begann mit dem Abzeichnen der Ornamente an der östlichen Wand.

Nach längerer Untersuchung der Kammer fand Thalio an der nordwestlichen Ecke eine magische Illusion, die uns eine Wand vortäuschte. Dahinter befand sich ein Gang, in dem die Leuchtkraft der Steine nicht durchdrang. So tauchte Orm zurück, um eine Kerze von Fenja und Zündmaterial zu besorgen. Ich versuchte vergeblich mit meinen Fingern, einen der kleinen Leuchtsteine aus der Fassung zu drehen, was mir nicht gelang. Orm entging nach seiner Rückkehr, nicht, dass ich mich an einen der kleinen Leuchtsteine zu schaffen machte, damit sie als Lichtquelle in dem verborgenen Gang diente. Er wurde wütend und ich entschuldigte mich für mein Verhalten. Ich hätte, ganz bestimmt, nach unserer Tat in dem Gang, den Leuchtstein wieder zurückgesteckt. Thalio segnete unser Vorhaben.

Wir gingen durch die Wandillusion in den Gang, der von einer steinernen Statue bewacht war. Die Statue war lebensgroß und stelle einen Hjaldinger Krieger dar. Orm gab mir Fenjas Dolch, während er mit der Kerze leuchtete. Dann kamen wir in eine Kammer, die auf mehreren Ebenen insgesamt zwölf Gräber mit Skeletten beinhalteten. Der Bewaffnung und Rüstung nach, waren die alle hjaldingische männliche und weibliche Krieger und alle hatten sie diese Talismane um den Hals. Nur diesmal war eine Hjaldingische Rune auf die Talismane eingraviert. Wir sahen bei drei der Skelette nach und jeder hatte eine andere Rune auf dem Talisman eingraviert: „Ehre“, „Licht“ und „Herdfeuer“. Wir kamen darauf, dass die Monde oder die später mittelreichischen Götter Rondra, Praios und Travia dabei eine Rolle gespielt haben können. Hier kamen wir gedanklich nicht weiter. Es gab auch keinen weiteren Ausgang. Also gingen wir zurück zur Kammer mit dem Leuchtstein.

Inzwischen sprach Finn mit Jorgan. Dieser hatte draußen, vor dem Turm ein Feuer entzündet und experimentierte mit dem toten Hasen und den Amuletten. Der Galdmader offenbarte Finn, dass die Talismane tatsächlich ein getötetes Wesen für kurze Zeit wieder in das Reich der Lebenden holen konnte, was Jorgan offensichtlich ziemlich faszinierend fand. Auf Nachfrage erwähnte Jorgan, dass Hadrumir Windweiser nach sieben Tagen eine Expedition zum Turm schicken wollte, wären wir bis dahin nicht wieder in Olport. Danach gingen sie beide in den Raum mit dem Bassin, wo Fenja auf sie wartete.

Wir drei tauchten nacheinander wieder zurück zu Fenja, Finn und Jorgan und tauschten uns aus. Dann beschlossen wir, noch einmal zu dritt die Kammer aufzusuchen, die ich gestern erreicht hatte. Orm tauche wieder zuerst, dann kamen Thalio und ich nach. Mit der entzündeten Kerze konnten wir jetzt sehen, was mir gestern verwehrt war. Der Raum war etwa so groß wie der Raum mit den Leuchtsteinen, von den wir keinen einzigen entwendet hatten. Nur die Höhe maß gewaltige 4-5 Schritt. Rundum waren sehr viele Steintafeln mit hjaldingardischen Zeichen angebracht. Doch ein Großteil davon war zerstört worden und lag in kleinen Splittern verteilt auf dem Boden. Eine Bibliothek oder gar eine gewaltige Saga unserer Vorfahren aus Hjaldingard. Ich erinnerte mich an die Worte von Oldifreyd: „…So viel Arbeit, so viele Zeichen…“. Der Magier war hier dran wohl verzweifelt. Auch hier gab es einen Altar, der ähnlich groß wie der Altar in der Kammer mit dem Leuchtstein. Doch die Mulde in der Mitte und die Rinne, die zum Rand führte, war mit verkrusteten Blutresten benetzt und damit offensichtlich ein Opferstein.

Da die Schriften unmöglich in einem Tag und Mangels Pergament zu kopieren waren und wir nichts weiter herausbekamen, tauchten wir zu Finn, Fenja und Jorgan zurück und erzählten ihnen von der steinernen Bibliothek.

[An dieser Stelle beendeten wir den Spielabend, außerdem bekamen wir +200 Abenteuerpunkte. Da ich nach einer Speziellen Erfahrung nachfragte, bekam ich +1 auf Meeresangst, wegen Tjures Erfahrung mit dem Ertrinken]

Danke an Claas (Finn), Christian (Thalio), Hauke (Orm), Henning (Jorgan) und unseren Spielleiter Frerk.

Dirk Otto (Tjure) für Ludo Liubice

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