Die „Spiel 2017“, ein kleiner Rückblick

Die „Spiel 2017“, ein kleiner Rückblick

Hallo liebe Spielegemeinde und herzlich willkommen zu meinem kleinen Rückblick der „Spiel 2017“. 4 Tage lang, täglich von 10.00 Uhr – ca. 19.00 Uhr durch 72.000m² Ausstellungsfläche und über 1000 Aussteller mit mehr als 1.200 Neuigkeiten bei einem Rekord von 182.000 Besuchern der Spiel 2017. Was für beeindruckende Zahlen, was für eine Messe!!! Den mit Abstand größte Ausstellungsfläche dürfte dieses Jahr „Asmodee“ gehabt haben, die auch mit Ihrem neuen Unternehmsdesign aufgetreten sind. Mit vielen weiteren unzähligen Klein- und Großverlagen, einer eigenen Halle für Rollenspiele, Pen-and-Paper sowie Larp-Ausrüstungen, vielen Ständen für Spielmatten, Tabletop und historischen Simulationsspielen wurde eine enorme Bandbreite an Spieloptionen geboten. Den größten Bereich vereinnahmte das klassische Brettspielen auf sich, und hier machte sich ein zunehmender Trend zum appunterstütztem Spielen bemerkbar. Ob mit einer Virtual-Reality Brille, oder einer das Spiel einrahmenden App, die digitale Unterstützung zeigte sich an vielen Ständen. Ein weiterer Trend schien mir die zunehmende künstlerische Visualisierung der Spiele zu sein. Wer sich Spiele wie Photosynthesis, Azul oder auch das Scythe anschaut, dem wird auffallen, wie künstlerisch wertvoll sowohl das Spielbrett als auch die Figuren mittlerweile geworden sind. Vorbei die Zeiten, als Brettspieler sich mit Spielen wie „Mensch ärgere dich nicht“ mit einfachen Spielfiguren aus Plastik zufrieden gegeben haben. Viele Spiele haben individuelle Spielfiguren, die liebevoll und hochwertig gestaltet sind und dem Spieler die Möglichkeit geben, die Spielfigur durch eigenes Bemalen noch zu charakterisieren. Dies alles hat natürlich seinen Preis, und hiermit wären wir auch schon bei einem nicht zu verachtendem Nachteil dieses Trends: Dem Preis der Spiele in Euro und Dollar. Während wir früher die klassische Spielesammlung für 20 Euro neu gekauft haben, werden heutzutage für schön illustrierte Brettspiele nicht selten Preise von mindestens 50 Euro aufgerufen. Durch die eigene Aufwertung mit Einlegesets, Figuren oder besonderen Würfeln können schnell Gesamtpreise von mehr als 100 Euro zusammenkommen. Erweiterungen sind hier noch nicht mit eingerechnet. Dies ist wohl auch dem rasanten Wachstum des Spielemarktes zu verzeichnen, der sich auf die Wiederentdeckung des Brettspieles als ein zentrales Element der Freizeitgestaltung beruft, und so generiert eine hohe Nachfrage ein umkämpften Markt, in dem sich Verlage durch besonders schöne Illustrationen, Storys oder Game-Designs abheben wollen. Wir als Spieler können davon nur profitieren. Überall im Land enstehen Spielevereine und Ludotheken, und auch die Möglichkeit, sich über Brettspiele mittels Internet und Fachzeitschriften zu informieren und mit zu diskutieren wird gefühlt jede Woche größer.

Mein Fazit der Spiel 2017 ist daher das das Brettspiel mit den neuen Rekordzahlen endgültig der Nischenbeschäftigung entwachsen ist und als Freizeitbeschäftigung ernst genommen wird. Selbst der „Spiegel“ berichtet online und in seiner Printausgabe über das Spielen. Vielleicht erleben wir sogar eines Tages, das die großen Warenhäuser die hochwertigen Brettspiele aus der Kinderecke herausholen, und einen eigenen kleinen Bereich für hochwertige Kennerspiele eröffnen, dem Anspruch und dem Spieler wäre es zu wünschen.

Ich jedenfalls freue mich heute schon auf die Spiel 2018 in Essen vom 25.10.2018 – 28.10.2018 und werde mir diese Woche noch ein Hotelzimmer buchen.

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