Ludo Liubice e.V. gibt Spieletipps zu Weihnachten

Ludo Liubice e.V. gibt Spieletipps zu Weihnachten

Der Lübecker Spieleverein „Ludo Liubice e.V.“ ist die zentrale Anlaufstelle für alle, die gern analog spielen und sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten sozial engagieren wollen. Mit mehr als 240 Mitgliedern gehört Ludo Liubice e.V. nach der Gründung vor sechs Jahren inzwischen zu den größten Spielevereinen Deutschlands. Hier treffen sich Spieler aus allen Bereichen des Gesellschaftsspielens wie Brettspiele, Tabletop und Tischrollenspiele. Traditionell geben die Spiele-Profis zum Weihnachtsfest im Wochenspiegel Tipps für den Gabentisch, denn die Welt der Brettspiele abseits der bekannten Klassiker ist riesig. Weitere Informationen zum Verein gibt es auf www.ludo-liubice.de.

Benjamin Paap empfiehlt – Die Abenteuer des Robin Hood Familienspiel für 2-4 Spieler ab 10 Jahren

In den englischen Wäldern des Sherwood Forest formiert sich ein Widerstand gegen die Schreckensherrschaft des bösen Prinz John und seiner Handlanger. Gemeinsam spielen wir gegen das Spiel als Robin Hood und seine GefährtenLittle John, Maid Marian oder Will Scarlet. Dabei begleitet uns ein schönes Buch durch die verschiedenen Abenteuer. Auf dem Spielplan bewegen wir unsere
Helden ohne vorgegebene Felder frei durch Nottingham und die angrenzenden Gebiete, sprechen mit Dorfbewohnern oder nutzen unsere Umgebung zu unseremVorteil.

Persönlich gefällt mir der sich verändernde Spielplan sehr gut. So kann es  vorkommen, dass eine Person, von der wir im vorigen Abenteuer wichtige Informationen erhalten haben, im nächsten Abenteuer nicht mehr anwesend ist. Besonders für Kinder ist dieses Spiel eine tolle Erfahrung. Wer noch mehr Geschichten benötigt kauft die im November erschienene Erweiterung “Bruder Tuck in Gefahr” hinzu.

Astrid Breitkopf: Mein Tipp zu Weihnachten ist das Spiel Flamecraft. In dem Spiel setzen 1 – 6 Spieler ihre Drachen ein, um möglichst viele Zauber zu wirken. Dazu besuchen die Drachen in einer Stadt verschiedene Läden, in denen sie Belohnungen bekommen und Aktionen ausführen. Wer seinen Drachen am geschicktesten einsetzt, erntet am meisten Ruhm und gewinnt. Das Spiel variiert mit jeder Partie, da erst im Laufe des Spiels immer mehr und wechselnde Läden öffnen und andere Aktionen möglich sind.

Das Spiel ist ab 12 Jahren, aber auch etwas jüngere Vielspieler können sicher viel Ruhm ernten. Das Spiel besticht durch das tolle Material, die schönen Illustrationen und es bringt einfach Spaß.

Sofie Hinrichs: Eines meiner Liebelingsspiele ist “Der Kartograph”. 2021 erschien nun auch “Die Kartographin“, die mit neuen wunderschön illustrierten Landschaftskarten daherkommt, ein wenig mehr Interaktion mitbringt und auch eine neue Karte bietet. Die beiden Spiele sind teilweise miteinander kombinierbar. Und was machen wir eigentlich in dem Spiel?
Als Kartographen werden wir in bisher unbekannte Gegenden gesendet, die wir für unser Königspaar erkunden sollen. In vier Jahreszeiten geben wir unser Bestes all die Dörfer, Wälder, Gewässer und Felder so gut wie möglich in unsere Karte einzuzeichnen und hoffen dabei wenig von Goblins und Drachen gestört zu werden. Am Ende besteht vor unserem König und seiner Königin der, der die meisten Ruhmpunkte erzielen konnte.

Für mich ist es ein besonderer Spaß dieses “Flip&Write” (zu deutsch Karte umdrehen und schreiben) mit Buntstiften statt mit einem Bleistift zu spielen. Auch die enthaltene Solovariante ist mit einer Tasse Tee eine tolle Unterhaltung für lange Winterabende. Das Spiel ist laut Hersteller für 1-100 Spieler gedacht und bereits mit 10 Jahren kann man sich in ca 30 Minuten einem schönen Abenteuer stellen.

Oliver Benecke: Ich empfehle Nemesis und Nemesis Lockdown. Ein Miniaturen Spiel von Awaken Realms für 1-5 Spieler. Wir sind Crew-Mitglieder der im Weltall befindlichen Nemesis die aus dem Kyro-Schlaf erwachen. Wir entdecken einen verstorbenen Kollegen! Was ist passiert? Warum sind wir wach? Fliegen wir noch zur Erde oder sind die Antriebe der Nemesis defekt? Wir bewegen uns möglichst leise durch das Schiff, um die an Bord entdeckten Xenos (Aliens) nicht auf uns aufmerksam zu machen. Aber können wir unseren Kollegen trauen, vielleicht verfolgen diese ja eigene Ziele? Für mich ist Nemesis eines der besten Spiele der letzten Jahre. Mit Nemesis Lockdown ist jüngst eine neue Version auf den Markt gekommen, die an der ein oder anderen Stelle etwas anders macht. Beide Spiele sind nicht nur spielerisch auf höchstem Niveau, auch das Auspacken mit diesem tollen Spielmaterial ist ein Erlebnis!

Jan-Nils Gasiorek: Meine Spieleempfehlung dieses Jahr ist Black Rose Wars vom Pegasus Verlag. In Black Rose Wars treten wir als sogenannte Magi (Abkürzung für Magierinnen und Magier) in einem epischen Kampf um die Vorherrschaft der legendären Zauberakademie an. Da die Amtszeit der Großmeisterin des Ordens endet, stellt sich nun die Frage nach der Nachfolge. In einem Wettstreit um Macht und Stärke verwandelt sich die gesamte Akademie in ein Schlachtfeld der Zauberkunst. Nur wer sich als würdig erweist, wird die Akademie in der nächsten Dekade anführen und so die Macht des namensgebenden Artefakts, der Black Rose, nutzen können.

Im Grundspiel stehen vier unterschiedliche Magi sowie sechs verschiedene Zauberschulen zur Auswahl, von denen jede/r individuelle Fähigkeiten besitzt. Wir bewegen uns mit unseren Magi während des Spielverlaufes durch verschiedene Räume und können ihre besonderen Fähigkeiten nutzen. Der besondere Kniff bei diesem Spiel findet sich in der Vorbereitungsphase. In dieser Phase müssen die Spielenden bereits gut vorplanen, welche Zauber sie in welcher Reihenfolge in der darauffolgenden Aktionsphase ausspielen wollen. Das Spiel endet, sobald ein Magi oder die Black Rose selbst 30 Machtpunkte erreicht oder überschreitet. Black Rose Wars vereint Deckbau- und Kampfelemente mit einem Fantasy-Setting, das an eine dunkle Variante der italienischen Renaissance erinnert. Tolle Miniaturen und atmosphärische Illustrationen runden das Spielerlebnis für zwei bis vier Magi ab zwölf Jahren ab. Mit der Erweiterung Illusion und Verschwörung ist sogar ein Spiel mit bis zu 6 Spielenden möglich.

Christoph Brauer empfiehlt: Inis – Lang lebe der neue König!

Inis ist ein Area-Control-Spiel über Machtkämpfe in der irischen Sagenwelt. 2-4 wagemutige Stammeshäuptlinge (mit Erweiterung auch bis zu 5) wetteifern darum der neue Herrscher der Insel zu werden. Dazu müssen neue Gebiete erkundet, gegnerische Clans vernichtet werden und vor allem Karten gezogen werden. Mittels Drafting bekommt ihr vier Karten (später auch mehr) auf die Hand, welche euch mehrere Möglichkeiten bieten:

Den Spielplan erweitern, Einheiten bewegen, ein Gebiet zu einem sicheren Ort machen, Gebäude hinzufügen und vieles mehr. Abwechselnd dürft ihr im Spielzug eine Karte ausspielen, passen oder ein Thronanwärterplättchen nehmen, wenn eine oder mehrere Siegbedingungen erfüllt sind. Ich werde nicht zu tief in die Einzelheiten der Regeln eintauchen, aber die drei verschiedenen Siegbedingungen auf dem Weg zum Thron sehen wie folgt aus:

Zwei davon drehen sich um die Präsenz auf dem Spielbrett. Ein Spieler hat Einheiten in mindestens 6 verschiedenen Gebieten. Ein Spieler hat Einheiten in Gebieten mit mindestens 6 Heiligtümern (einer Gebäudeart im Spiel). Die letzte Siegbedingung erfordert Dominanz:

Ein Spieler gilt als “Häuptling” eines Gebietes, wenn er dort die meisten Einheiten besitzt. Wer 6 gegnerische Einheiten als „Häuptling“ beherrscht, hat eine weitere Siegbedingung erfüllt. Der Sieg tritt hier aber nicht sofort ein, nur weil ihr eine oder mehrere Bedingungen erfüllt habt! Als König in spe müsst ihr euch bis zur nächsten Runde verteidigen und das ist gar nicht so einfach, wenn die Mitspieler alles daran setzen euch die Siegbedingung zu entreißen. Das Spielmaterial – ein besonderer Augenschmaus. Es wäre ein großes Versäumnis, meinen kurzen Bericht zu beenden, ohne über das Artwork zu sprechen (d.h. es zu loben). Der Künstler Jim Fitzpatrick verleiht dem Spiel seinen unverwechselbaren Stil. Alle Karten im Spiel sind viel größer als nötig, um die Kunstwerke zur Geltung zu bringen. Diese Hingabe zum Exzess zeigt sich in der gesamten Produktion von Inis. Von den wilden Gebietssilhouetten bis hin zu den zahlreichen Miniaturen – Inis ist ein echter Blickfang. Das alles ist völlig unnötig, aber ich liebe es. Sicherlich hätte ein niedrigerer Preis mit weniger Kunstwerken und Figuren erreicht werden können, aber es wäre ein schlechteres Produkt gewesen.

Fotos und Text: Ludo Liubice e.V.

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