Das Schwarze Auge (4.1) Spielabende vom 03.+10.11.2020 “Der Sternenturm, Teil 2+3“

Das Schwarze Auge (4.1) Spielabende vom 03.+10.11.2020 “Der Sternenturm, Teil 2+3“


“Kein Vormarsch ist so schwer wie der zurück zur Vernunft”. Bertolt Brecht (1898-1956)

[Bild: Pixabay]

[Wie der Spielleiter uns zu Anfang des zweiten Spielabends mitteilte, war Fenja doch nicht mit uns zum Sternenturm mitgegangen, da er und Rike, die Fenja-Spielerin noch an ihrem Briefspiel-Abenteuer arbeiteten.]

Aus dem Reisetagebuch des thorwalischen Skalden Tjure Fenrirson:

1. Tag  des Grimfrostmond [Firun] im Jahr 2641JL [1014BF/21Hal]

Auf Nachfrage erzählte uns Jorgan, warum er von dem Loch unter dem Schrank wusste. So berichtete der Galdmader, er hatte in der Nacht geisterhafte Wesen aus dem Schrank kommen gesehen. Zuvor hatte Radwan Jorgan und Thalio erzählt, dass es ‚unten‘ spukte. Nun glaubte Jorgan dem tulamidischen Magier nicht mehr. Jorgan war sich sicher, dass Radwan von dem Keller wusste. Nun wollten wir das Loch im Boden, im Erdgeschoss, vor den heranrückenden Gegnern, verschließen. Zuvor aber benutzte Jorgan seinen Zauberstab, um die festgemauerte Leiter, die in das Kellergeschoss führte, mit dem HAMMER DES MAGUS an den obersten Sprossen und der Halterung unbrauchbar zu machen. Mit den Brettern des zerstörten Schranks versperrten wir das Loch. Jorgan schloss die Tür nach draussen ab und wir stellten den Tisch und die Sitzgelegenheiten gegen die Tür. Da unsere Heilerin nicht zugegen war, versuchte ich Orm den Pfeil aus seinem Körper zu holen. Doch es gelang mir nicht. Orm schrie vor Schmerzen auf. Ich hatte versehentlich unserem Swafnirnovizen Schaden zugefügt.

Thalio hielt im obersten Geschoss, unter dem Dach des Turms Wache. Radwan beschwerte sich bei dem Hesindegeweihten. „Raus aus meinem Turm!“ rief er. Als Thalio etwas unachtsam war, bekam Thalio von Radwan einen Blendzauber ab. Thalio stolperte und fiel die Treppe hinunter. Wir halfen Thalio auf und traten allesamt in dem Raum unter dem Dach. Wieder beschwerte sich Radwan, wir wären Eindringlinge und er fragte nach seinen Getreuen. Jorgan antwortete, dass sie tot waren. Keiner von uns hatte die Möglichkeit, auf das Dach zu gelangen, um den tulamidischen Magier zu überrumpeln, ohne heftigsten Schaden ab zu bekommen Ein tragisches Patt. Doch Jorgan hatte eine Idee. Er gelangte an eines von Radwans Büchern und drohte, jede Seite einzeln herauszureissen und zu verbrennen. Radwan war stinksauer. Trotzdem war er zu nichts zu bewegen.

Während des Gesprächs zwischen Jorgan und Radwan erfuhren wir, dass Radwan den Turm schon seit vielen Jahren nutzte. Jorgan erzählte uns, dass die Spektabilität der Runajasko, Hadrunir Windweiser, Jorgan nichts davon erzählt hatte. Jorgan hatte Radwan auch schon vor unserer Abreise nach Virport, im Kornmond [Rondra] in der Runajasko gesehen. Während des Gesprächs achtete Finn darauf, wo sich Radwan gerade befand. Als Finn die Möglichkeit sah, warf er seinen firnelfischen Wurfspeer gegen die Decke. Tatsächlich durchschlug der weisse verzierte Wurfspeer den Deckenbalken, bis nur noch wenige Spann zu sehen waren und blieb stecken, ohne Radwan getroffen zu haben. Dieser ließ sich nun nicht mehr an der Luke blicken.

Jorgan sprach zu Thalio, er müsste heute Nacht woanders die Sterne beobachten. Der Galdmader hatte beschlossen, abzureisen. Keiner von uns widersprach. Jorgan steckte sich noch die Notizen des Tulamiden ein. Dann packten wir unsere Sachen, vor allem die teuren Sichtinstrumente. Letztlich rückten wir den Tisch beiseite, öffneten die Tür und gingen hinaus in die Kälte. Finn trug Schneeschuhe und ging voran. Als wir den Wald fast, im Gänsemarsch erreicht hatten, blickten einige von uns über die Schulter zum Turm zurück. Jetzt bei Tageslicht konnten wir sehen, dass die drei Etagen leicht versetzte Fensterlöcher hatten. Thalio sagte, dass er Radwan sehen konnte.

Wir erreichten den Wald und Thalio sprach mit Jorgan über Radwan und die Akademie. Diese müsste informiert werden. Als wir unsere gestrigen Spuren wieder fanden und ihnen folgten, berichtete Jorgan uns, dass Radwan aus Khunchom kam. Einer grossen Stadt in Mhanadistan, an der östlichen Küste Aventuriens. Als Finn nahe an einem Baum vorbei ging, fiel er plötzlich um. Wir wurden von zwei Menschen in Rüstung, mit Speeren und Schilden angegriffen. Ich zog mein Hjalmsmesser. Da wir alle angeschlagen waren, war es sehr schwer, gegen die kräftigen Kämpfer zu bestehen. Orm traf oftmals nur das Schild eines Gegners, Jorgan ebenfalls. Thalio ging es gut, doch auch er kämpfte im hohen Schnee mit Schwert gegen erfahrene Kämpfer. Als ich nah genug dran war, versuchte ich einen kräftigen Schlag mit dem Hjalmsmesser. Doch es fiel mir herunter und ich hatte Mühe, es im tiefen Schnee zu finden. Inzwischen hatte sich Finn von dem Schlag gegen seinen Kopf erholt. Er stand langsam auf, orientierte sich und zog seine Waffe, um uns zu unterstützen. Endlich hatte ich mein thorwalisches Entermesser gefunden. Ich wollte ebenfalls in den Kampf angreifen. Da spaltete Orm mit der Axt einen der Gegner seinen Kopf. Er rief zum anderen Kämpfer: „Lass die Waffe fallen.“ Dieser ergab sich.

[An dieser Stelle beendeten wir den Spielabend und wir erhielten jeder 200 Abenteuerpunkte]

Thalio war am stärksten angeschlagen. Ich versuchte, Thalios Verletzungen zu heilen. Zusätzlich bekam er von Jorgan einen, seiner Heiltränke. Thalio trank die Phiole vollständig aus und schon ging es dem Draconiter deutlich besser. Finn bedrohte den Gefangenen, Orm fesselte ihn. Orm fing mit der Befragung des Gefangenen an, doch dieser schaute nur mürrisch. Nach einer Weile gab der Gefangene zu, von einem Gelehrten angeheuert worden zu sein, der ‚unten‘ etwas suchte. Doch dieser war kein Tulamide. Er und sein Kamerad waren nur Wachen. Als wir in deren Katakomben auftauchten, sollten die Zwei uns finden und töten. Dieser Gelehrte suchte ‚unten‘ etwas uraltes, aus der Zeit, bevor Thorwal besiedelt wurde. Er wurde von einem Zwerg unterstützt, der ‚unten‘ Grabanweisungen gab. Da war noch ein Halbelf, der jagen ging und eine Handvoll, die ‚unten‘ gruben. Er selbst hieß Lunn Firunjasson und war Söldner von Beruf. Als wir Lunn nach dem Turm fragten, antwortete er knapp: „Welchen Turm?“. Auf die Frage nach dem Gelehrten, sagte der Gefangene, dass dieser „Oldifreyd von Andergast“ hieß. Vor drei Monden waren sie in Olport angekommen. Seine Aufgabe war vor allem, die Höhle von großen Spinnen und Ratten zu säubern.

Mit dem gefesselten Gefangenen Lunn erreichten wir am Abend Olport. Wir gingen zur Runajasko und sprachen mit Hadrunir. Dieser sah sehr überrascht aus und fragte uns, wie es uns ergangen war. Wir mussten wahrlich schrecklich abgekämpft ausgesehen haben, denn wir bekamen zu essen und trinken und konnten uns reinigen. Ich rasierte mich und fühlte mich danach erst gesättigt uns sauber. Auf Jorgans Wunsch ließ Hadrunir nach Radwan rufen. Inzwischen hatte Jorgan der Spektabilität von unseren Erlebnissen im Turm erzählt. Hadrunir war sichtlich empört. Der Novize kam zurück und sagte, dass Radwan nicht in der Runajasko war. Der Tulamide wurde zuletzt vor einer Stunde auf den Weg in die Bibliothek gesehen. Vor einer Stunde waren wir noch unterwegs nach Olport. Konnte Radwan sich hierher zaubern?

Jorgan erwähnte auch unseren Gefangenen und den Gelehrten Oldifreyd. Hadrunir sagte, dass er Oldifreyd kannte. Sein Spezialgebiet war Kampfmagie. Er lebte zuletzt im Gasthaus von Olport. Lunn wurde in eine Kammer unter Bewachung gesperrt. Er sollte den Lageplan der Katakomben auf Pergament zeichnen. Jorgan bat darum, geheilt zu werden. Adeptus Swafnan sollte sich um unseren Galdmader kümmern. Thalio und ich gingen in die Bibliothek. Der Herr der Schriften war noch anwesend und wir informierten uns, ob Radwan zuvor hier war. Wir erfuhren, dass Radwan sich vier Bücher angesehen hatte, die noch an dem Lesepult lagen:

*Sakrale Bauten des Nordens

*Geographica Aventurica

*Zwölfgöttliche Wunder abseits der Zivilisation

*Botanica Lumina – Pflanzen und ihre Bedeutung für den Zwölfgöttlichen Glauben

Wir blätterten zuerst erkenntnislos durch die Seiten der Folianten. Dann begann Thalio eine Liturgie zu rezitieren. Mit geschlossenen Augen nahm er sich das erste Buch vor, blätterte durch die Seiten und sein Zeigefinger blieb auf einen Absatz liegen. Dann öffnete Thalio die Augen und las uns vor: “Ifirnsforst, ein Firun-heiliger Hain mit Weiher, …eine Manifestation Ifirns, …in der Nähe der blauen Burg, …Grafschaft Bärwalde, …in Weiden.“ Thalio erklärte uns, dass Weiden im nördlichen Mittelreich lag. Laut dem Pantheon der Mittelreicher war Ifirn die Tochter der menschlichen Miriban, die vom Wintergott Firun verführt worden war.

Wir nahmen uns auch noch den schwarzen Folianten vor, in dem laut Thalio, Radwan gelesen und studiert hatte. Thalio schlug die Seite mit dem komplexen Sternenbild auf. Der Draconiter erklärte mir diese Sternenkonstellation. Doch ich verstand nicht sehr viel, Darin war ein Komet eingezeichnet. Thalio sagte zu dem Kometen, dass diese Aufzeichnung 600 Jahre alt war. Die zweite Aufzeichnung war sogar 1800 Jahre alt. Ein immer wiederkehrender Komet. Jetzt verstand ich, warum wir den Sternenturm nutzen wollten. Thalio vermutete, den um Sumus Leib kreisenden Stern oder  Kometen, wie er ihn nannte, heute Nacht wieder zu sehen.

Wir gingen zurück zum Speisesaal. Dort berichteten wir, was wir in der Bibliothek erfahren hatten. Vor allem von HESINDES FINGERZEIG. Lunn war gut aufgehoben und wir Fünf gingen in das Gasthaus. Dort hofften wir, mehr über Radwan oder Oldifreyd zu erfahren. Im Gasthaus angekommen, gab Orm eine Runde Bier aus und ließ es bei der Wirtin Selma anschreiben. Er fragte auch gleich nach Radwan. Die erzählte uns, dass Radwan nicht im Gasthaus, sondern beim alten „Asgrimm“ wohnte. Ich wurde aufgefordert, ein paar Lieder zu spielen. Gewünscht wurde die „Ballade vom betrunkenen Ork“. Ich brauchte diesmal nicht dafür zahlen. Na gut. Ich holte meine Laute hervor und begann das alte thorwaler Stimmungslied. Es wurden in dieser Zeit nicht wenige Bierchen getrunken. Endlich hatten meine Freunde und ich wieder ein bisschen Spaß. Bis auf Thalio. Denn eines seiner drei oder vier Biere muss tatsächlich schlecht gebraut gewesen sein. Er lallte laut und falsch das Lied mit und hatte einen hochroten Kopf.

Wir gingen danach gemeinsam raus und suchten den alten Asgrimm auf. Bis zu dessen kleinen Fachwerkhaus mit Spitzdach und ein Schild, dass auf einen Pelzeverkauf deutete, mussten Finn und ich Thalio in die Mitte nehmen, damit der Geweihte der Göttin der Magie und des Wissens, nicht stürzte. Jorgan und Orm gingen an die Tür, während Finn den Draconiter auf einen Baumstumpf setzte und stützte und ich aus dem umliegenden Schnee ein Firunsmännchen baute. Die Tür öffnete sich, nachdem Jorgan oder Orm an der Tür klopften. Eine hübsche junge Frau von 17 Götterläufen hatte ihnen geöffnet. Sie stellten sich vor und wurden hereingebeten.

Als Jorgan und Orm nach einer Weile heraustraten, hatte ich das Firunsmännchen fast fertig. Ich überlegte, ihn „Gumbier, Sohn des Gulimbar“, zu nennen. Jorgan und Orm erzählten uns, dass der alte Mann nicht da war, aber Radwan tatsächlich dort wohnte. Er war wohl dort ausgezogen. Vorher hatte er Besuch von einem anderen Tulamiden, einem Magister. Einem ansehnlicheren als Radwan. Aber der Name war nicht bekannt. Mit einem ODEM-Zauber hatte Jorgan herausgefunden, dass Radwan vielleicht einen mächtigen Luftgeist beschworen hatte, der ihn von Ort zu Ort brachte.

An dieser Stelle vergaß ich sogar, dreimal meinen Talisman zu küssen. So aufregend war die Erklärung. Orm sagte noch, dass er eine Verabredung mit „Bryda“ hatte. Aha, so hieß also die gutaussehende junge Frau von vorhin. Unser „Trollboxer“ und „Feenfreund“ ließ wirklich gar nichts anbrennen. Ein wenig neidisch dachte ich darüber nach, dass ich das Lager auch gerne wieder mit einer Frau teilen wollte. Auf diesem Stichwort wollte Orm uns erneut im Gasthaus einladen. Doch Jorgan wollte sich in seiner Kammer in der Runajasko ausruhen, ich hatte auch noch vor, mich auszuruhen und sehnte mich nach dem Bett. Wir verabredeten uns für den nächsten Tag. Da sahen wir allesamt zum Himmel und erblickten einen leuchtenden Stern mit Schweif, der langsam über uns flog. Das war wohl Thalios Komet, dachte ich und der Draconiter zeigte betrunken mit seinem Zeigefinger in die Richtung. Heute Nacht machte die Wissenschaft in Olport Pause. Dann wohl erst wieder in 600 Jahren.

Wen Finn, Orm und Thalio dann noch im Gasthaus trafen, erzähle ich beim nächsten Mal.

[Für diesen Spielabend erhielten wir jeder 100 Abenteuerpunkte]

Danke an Claas (Finn), Christian (Thalio), Hauke (Orm), Henning (Jorgan) und unseren Spielleiter Frerk.

Dirk Otto (Tjure) für Ludo Liubice

[Dirk Otto: “Meine Texte” (Verlinkungen) …werden ständig aktualisiert. https://www.facebook.com/notes/dirk-otto/dirk-otto-l%C3%BCbeck-meine-texte-verlinkungen-werden-st%C3%A4ndig-aktualisiert/2352626408168319/ https://www.magentacloud.de/lnk/zfBpEFLV]

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