Das Schwarze Auge (4.1) Online-Spielabende vom 16.01. & 09.02.2021: “Das Turnier, Teil 1&2“

Das Schwarze Auge (4.1) Online-Spielabende vom 16.01. & 09.02.2021: “Das Turnier, Teil 1&2“

Prinz Wendelmir von Andergast und Gefolge.

„…Deine hohen Berge, gekrönt von uneinnehmbaren Burgen, deine blühenden Wiesen, auf denen sich Schwein und Rind Speck anfressen, deine beschaulichen Dörfer, in denen stolze Recken ihre  Kraft  zeigen  und  anmutige  Maiden  den  Blumenkranz winden – welches Land kann sich mit dir messen?…“Ode an Andergast des Ritters Osgar von Otternpfot, 1036BF [Die streitenden Königreiche, S. 84]

Aus dem Reisetagebuch des thorwalischen Skalden Tjure Fenrirsson:

Manches, von dem ich hier berichte, habe ich erst später erfahren. T.F.

26. Tag des Eimond [Peraine] im Jahr 2641JL [1014BF/21Hal]

Wir befanden uns immer noch in Andrafall, im Königreich Andergast. Nachträglich sei zu erwähnen, dass sich Orm und ich uns für den Geländelauf eingetragen hatten. Wir machten uns mit unseren Nachbarn, einer Gauklertruppe aus Punin bekannt. Das erfreute Fenja, stammte sie doch auch aus der großen Stadt am Yaquir. Die Gauklerfamilie hieß „Kornplotz“. Tamira (40J.) war das Familienoberhaupt. Ihr drei Jahre jüngerer Bruder Ugdalf unterstützte sie. Nina, die meist schwieg, war Ugdalfs Ehefrau. Wilbur (18J.) und Niam (15J.) waren ihre Kinder. Dann war da noch Xaviera, die jüngere Schwester von Tamira und Ugdalf. Die kleinen Zwillinge Cuanu und Invher waren Xavieras Kinder. Sie hatten kleine spitze Ohren. Demnach muss ihr Vater elfische Wurzeln haben. Dieser war aber nicht anwesend.

Tamira besaß einen Riesenhirschkäfer, der 12 Spann groß war und 70 Stein wog und eine Gruftassel, die ebenso groß und schwer war. Beide befanden sich in großen Käfigen auf einen Kastenwagen. Ugdalf und Nina machten Vorführungen, indem sie auf hochgespannten Seilen tanzten und dabei mit Gegenständen jonglierten. Orm war so begeistert, dass unser Swafnirgeweihte beide bat, ihm das balancieren und gehen auf dem über zwei Schritt hochgespannten Seil beizubringen. Er schloss sogar eine Wette ab, dass er es schaffen könnte. Natürlich gelang es ihm auch.

Wir tranken viel bei den Kornplotz und revanchierten uns damit, dass wir unser Proviant mit der Gauklerfamilie teilten und gemeinsam speisten wir. Dabei erzählten die Kornplotz viel von ihren Reisen. Danach sorgte ich musikalisch für Unterhaltung. Ich spielte auf meiner Laute „Sirene“ und sang: „Unser ist das Meer“. Inzwischen hatte sich auch Thalio für den Zweihändigen Schwertkampf angemeldet.

26. -29. Tag des Eimond im Jahr 2641JL

Ich machte mich auf die Suche nach Händlern und Mägde. Dabei traf ich auf einen reisenden Thorwaler, der Köstlichkeiten aus Prem anbot. Bei ihm kaufte ich eine teure aber sehr gute Flasche mit Premer Feuer. Wir lernten noch weitere Turnierteilnehmer kennen. Da gab es eine Holzfällertruppe aus Andergast. Sie bestand aus: Firunz der Hüne, Marik Meyler, der Elf Onardnor Traumsänger und Schwarzer Bran. Weitere Ritter waren der alte Silvan  von  Geiselheim, der beleibte Detter von Dettelsdorf mit Knappin, Vartan von der Eich, der mit dem Bräutigam Ysgol befreundet war, mit Knappen Ulf von Bitterbach. Wer wollte, konnte auch in die Taverne gehen und den Wirt Gostel Ochsenbrecht kennen lernen. Der schien jeden und alles zu kennen. Weitere Nachbarn waren die Winhaller Krieger Aelfwin und Coran Bilburgh. Sie trugen auffällige Siegelringe und kamen aus der Gegend von Finns Heimat. Darum versuchte unser Söldnerkamerad von ihnen Informationen zu bekommen. Erfolgreich, wie ich später hörte.

Am Abend des 29. bekamen wir einen neuen Nachbarn. Ritter Thimorn von Furnost, aus Weiden, mit dem wir uns gleich anfreundeten. Wir wollten uns allesamt bei den beliebten Gauklern treffen, um zu feiern. Thalio wollte lieber in seinem Zelt bleiben und meditieren, wie er sagte. Ich versuchte den Hesindegeweihten zu überreden, dass er doch mitkommt. Leider konnte ich ihn nicht umstimmen. Bei den Gauklern lernten wir die Norbardin Nadjescha kennen. Wir amüsierten uns gut und feierten lange.

30. Tag des Eimond im Jahr 2641JL

Ich stand spät auf, wusch und rasierte mich. Auch meine Kameraden waren wohl gerade erst aufgestanden und frühstückten. Als ich mich zu ihnen setzte, hörten wir wutentbrannte  Flüche. Wir vernahmen, dass die beiden Brüder Coran und Aelfwin, die nahe von uns lagerten, sich stritten. Es ging um ein Ledergürtel, der mit sieben silbernen Münzen besetzt war, die die Heldentaten von „Geron“ darstellten. Der Gürtel schien verschwunden. Dieser “Geron” war wohl ein altertümlicher Held, wie wir erfuhren. Das löste eine lange Diskussion von Orm aus, der Geron mit „Asleif“, dem Weltumsegler oder „Beorn“ der Blender verglich. Am Abend waren wir wieder bei den Gauklern. Während ich eine neue Melodie für meine „Ode an die Heilari“ mit meiner Laute kreierte, vernahmen wir ein heftiges Klopfen. Jemand schlug hart gegen das Stadttor.

Es war Prinz Wendelmir von Andergast, mit Gefolge. Der legitime Nachfolger des amtierenden Königs von Andergast. Dessen Namen habe ich bis heute nicht erfahren. Na gut, ich habe auch nie gefragt. Prinz Wendelmir war ein gutaussehender blonder Ritter. Sein Wappen war ein schwarzer Stier auf Gold, wie ich erfuhr. Der Herold des Barons Erion, begrüßte den Prinzen, der um Einlass bat, um am Turnier teilzunehmen. Er benahm sich aber, wie ein Oger in der Speisekammer, fand ich. Prinz Wendelmir meinte, er redete mit „traditionsreichen Hinterwäldlern“. Außerdem sprach er davon, der Braut „Lektionen in Liebesdingen erteilen“ zu wollen, bevor sie Ysgol zum Bräutigam nahm.

Als der Prinz und sein Gefolge dann in die Stadt ritt, sahen wir einen alten Bekannten, den ich irgendwie gar nicht vermisst hatte. Es war der Magier Jorgan Meerson auf seinem Pferd, mit Esel. Er sah uns sofort und ritt auf uns zu. Anstatt uns herzlich zu begrüßen, begann er gleich mit einer Schimpftirade. Er beschuldigte uns, seinen Wagen und die Pferde gestohlen und ihn mittels Nachrichten in diese Gegend gelockt zu haben. Der Einfluss des eingebildeten Prinzen hat Jorgans Arroganz wohl noch weiter gesteigert.

Wir mussten Jorgan erklären, warum wir hier in Andrafall waren und stellten ihn unseren Freunden, den Gauklern und Ritter Thimorn aus Weiden vor. Leider mussten wir auch erklären, was wir mit dem Brand im Hesindetempel in Andergast zu tun hatten. Thalio und Fenja waren dabei sehr behilflich. Danach erklärte Jorgan uns, was er in der Magierakademie in Andergast über Oldifreyd heraus bekommen hatte. Jorgan hatte sogar die Gelegenheit, mit Oldifreyd persönlich zu sprechen. Dieser war von Radwans Anwesenheit, im Turm damals, gar nicht überrascht. Denn beide Magier forschten an unterschiedlichen Dingen und störten sich deshalb nicht. Radwan erforschte wohl den Sternenhimmel und Oldifreyd diese steinerne Bibliothek. Von den Leuchtsteinen und den lebendigen Skeletten wusste er wohl nichts. Erst als wir hinzu kamen, wurden sie gestört. Jetzt würde die Runajasko in Olport die Gänge erforschen.

1. Tag des Faramond [Ingerimm] im Jahr 2641JL [1014BF/21Hal]

Fanfaren weckten uns. Endlich war es soweit. Der 1. Turniertag war angebrochen. Ich wusch und rasierte mich und zog meine guten Sachen an. Jorgan hatte sich eine feine Robe angezogen, die ich noch nicht kannte. Sie biss sich etwas mit seiner Augenklappe. Mein Sarkasmus auf diese Modeerscheinung kam leider nicht an. Nach dem Frühstück begann auf dem Turnierplatz ein praiosgefälliger Gottesdienst. Der gestern angekommene Prinz hatte sich, als ranghöchster Adliger, auf dem Platz des Freiherrn niedergelassen und scherzte nicht gerade leise, während der gesamten Predigt mit der Braut, die sehr hilflos schien. Keiner der Ritter oder Adligen wagte es, dem Kronprinzen an eine gewisse Haltung zu erinnern. Danach bot sich die Gelegenheit, Wetten abzuschließen. Orm setzte ganze 5 Golddukaten auf sich, beim Baumstämme werfen. Doch zuerst sollte der Kampf mit Einhandwaffe und Schild beginnen.

Der Ranghöchste war der Prinz. Er durfte sich seinen ersten Gegner aussuchen. Er wählte Ysgol, den Bräutigam, als Gegner. Das war eine Beleidigung der Gebräuche und Sitten des Turnierkampfes. Prinz Wendelmir hätte sich jeden anderen aussuchen dürfen. Aber den Bräutigam sogleich als ersten Gegner zu wählen, war moralisch unfair und beschämend zugleich. Aber nicht gegen die Regel. So fügte sich Ysgol. Dann traten die Streiter an. Es galt zwei Treffer Vorsprung zu erreichen oder die Aufgabe des Gegners; also bis zum zweiten Blut zu kämpfen. Zuerst kämpfte Ritter Vartan von der Eich, mit Schwert, gegen unseren Finn, mit Speer. Wir feuerten Finn an. Doch der sehr erfahrene und beweglichere Vartan kämpfte hart und schnell, durchbrach Finns Verteidigung und reduzierte die Reichweite, dass Finn leider unterlag. Damit schied unser Söldner aus.

Als nächstes kämpfte Eichward von Billingen mit Schwert, gegen Orm, mit Axt. Mit einem Glückstreffer errang Orm den Sieg gegen den Ritter. Thimorn von Furnost (Morgenstern) forderte Aelfwin Bilburgh (Schwert) heraus. Und nach einem langen hin und her, gewann unser Freund Thimorn. Der Prinz provozierte Ysgol und kämpfte hart und erbarmungslos gegen den Bräutigam, der keine Möglichkeit hatte, einen guten Treffer zu erlangen. Ysgol wurde geschlagen. Es gab leisen Applaus für den Gewinner, der sich überschwänglich in Richtung Braut verbeugte. Gedemütigt verließ Ysgol den Turnierplatz. Als er an Orm vorbei kam, flüsterte der Swafnirgeweihte ihm zu: „Ich räche dich.“ An diesem Tag bekamen wir Ysgol nicht mehr zu sehen. Der Holzfäller Firunz kämpfte dann gegen die Söldnerin Nadjescha. Sie war ihm technisch überlegen. Doch als er zu verlieren drohte, nutzte er seine Kraft und mit seinem kraftvollen Ansturm errangte er den Sieg über die völlig überraschte Norbardin.

In der nächsten Runde musste Orm gegen Osgar von Otternpfot kämpfen. Wieder hatte Orm Glück und siegte. Thimorn kämpfte gegen Fran der Blutige und gewann. Der Prinz Wendelmir hatte sich Orm als Gegner ausgewählt. Orms Glück schien ihn nun verlassen zu haben. Beide Kämpfer schenkten sich nichts. Doch denn stolperte der Prinz und landete auf dem Hosenboden. Der Sieg ging an Orm. Wir jubelten und die Menge mit. Der Prinz verließ wütend den Turnierplatz.

Die Letzten Runden waren nicht weniger spektakulär, dennoch mag ich nur noch berichten, dass Thimorn gegen Vartan antreten musste. Diesmal gewann der erfahrene Vartan gegen unseren Freund. Orm kämpfte dann gegen Silvan und gewann. Das Finale, Orm gegen Vartan gewann erneut unser Kamerad Orm. Der Vormittags-Sieger im Kampf mit Waffe und Schild war Orm Ingridsson, Geweihter des Swafnir, „Trollboxer“ und „Feenfreund“.

[An dieser Stelle beendeten wir den Spielabend]

Danke an Claas (Finn), Christian (Thalio), Hauke (Orm), Rike [Fenja], Henning (Jorgan), Gustav (Thimorn) und unseren Spielleiter Frerk.

Dirk Otto (Tjure) für Ludo Liubice

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